Soziale Entwicklung

Wie können Kinder soziale Kompetenzen erwerben und den sozialen Umgang lernen?

Interesse von Babys und Kleinkindern an sozialen Beziehungen

Bereits bei Babys ist das Interesse an Mitmenschen groß. Das liegt nicht zuletzt in der Natur des menschlichen Wesens. Kinder mögen menschliche Stimmen und können ihrem Gegenüber durch Mimik und Gestik sowohl ihr Interesse, als auch Desinteresse mitteilen. Sobald Neugeborene ihre Umwelt optisch wahrnehmen können, beginnen sie etwa im Alter von 6 Monaten ihrem Gegenüber ein Lächeln zu schenken. Ganz natürlich ist es, dass einige Babys Fremden gegenüber zurückhaltender sind, als wiederrum andere. Eltern müssen sich bezüglich des sog. Fremdelns keine Sorgen machen! Es gehört ebenfalls zur kindlichen Entwicklung dazu, dass Kinder unter 3 Jahren lieber für sich alleine spielen und erst nach und nach ein Interesse am gemeinsamen Spielen mit anderen Kindern entwickeln.

Wie Kleinkinder Regeln im sozialen Miteinander lernen

Regeln und ihre Beachtung während der sozialen Interaktion zwischen zwei oder mehr Personen müssen Kinder erst noch lernen. Zum Lernprozess gehört, den eigenen Platz und die eigene Rolle in einer Gruppe zu finden und den Umgang mit anderen Kindern üben. Das bedeutet, eigene Bedürfnisse zu artikulieren, aber auch Kompromisse einzugehen oder die eigenen Wünsche im Interesse der Gruppe zurückzuschrauben. Gleichzeitig stehen Kinder vor der Herausforderung, Emotionen wie Wut, Trauer und Trotz wahrzunehmen und einzuordnen. Grundlage hierfür ist das emotionale Lernen durch Erfahrungen im Alltag. Dabei spielen neben Worten sowohl Mimik, Gestik, Stimmlage und Körperhaltung eine Rolle. Wo Menschen sich begegnen, findet tagtäglich emotionales Lernen statt. Warum ist mein Kindergartenfreund zum Beispiel wütend, wenn ich ihm sein Spielzeug wegnehme? Die Fähigkeit, sich in die Gefühlslage seiner Mitmenschen hinein zu versetzen und Grenzen zu akzeptieren ist ein wichtiger Lernprozess, bei dem das richtige Spielzeug entscheidend unterstützen kann. Erst Schritt für Schritt lernen Kinder Eigenschaften wie Verständnis, Mitgefühl, Trost, Vertrauen und Zuverlässigkeit. Sie alle zählen zur emotionalen Kompetenz und bilden die Grundlage für die soziale Entwicklung, um letztlich Beziehungen eingehen zu können.

Mit Rollenspielzeug die soziale und emotionale Entwicklung fördern

Durch Rollenspielzeug und das Nachahmen von erlebten Situationen kann die emotionale und soziale Entwicklung von Kindern entscheidend gefördert werden. Auf spielerische Art und Weise ist es Eltern und Kindern möglich, Alltagssituationen zu simulieren. Dabei können Kinder ihre Erfahrungen verarbeiten und Eltern haben die Möglichkeit, mehr über die Gefühlslage ihrer Kinder zu erfahren. Wenn Kinder sich im Rollenspiel mit ihren Gefühlen auseinander setzen und lernen, diese in Worte zu fassen, fördert allein das schon die Entwicklung emotionaler Kompetenz. Ebenso wird die soziale Entwicklung gefördert, indem Kinder lernen, sich beim Rollenspiel in andere Menschen hineinzuversetzen und einen anderen Blickwinkel einzunehmen. Wie spannend ist doch das Leben eines Friseurs, eines Polizisten oder eines Ladeninhabers! Soziales und emotionales Lernen legt den Grundstein für die Entwicklung einer starken Persönlichkeit.

Spielwelten fördern die soziale Entwicklung

Spielwelten lassen Kinder in eine andere Welt abtauchen – sie regen nicht nur die Fantasie an, sondern animieren Kinder auch dazu, sich in die Rolle ihrer Mitmenschen hineinzuversetzen und deren Blickwinkel einzunehmen. Der Grundstein des sozialen Miteinanders wird im Kindesalter gelegt und kann durch Spielen entscheidend beeinflusst werden. Eigenschaften wie Verständnis und Mitgefühl sind für viele Bereiche des täglichen Lebens sehr wichtig – sie bilden die Basis für ein soziales Miteinander, für soziale Verantwortung und stabile Beziehungen.